· 

KONSUM und ICH: Die Ausstellung ist eröffnet

Führung durch Ausstellung KONSUM und ICH am Eröffnungstag. Foto: Ursula Paul
Führung durch Ausstellung KONSUM und ICH am Eröffnungstag. Foto: Ursula Paul

Seit dem 2. Mai 2026 ist „KONSUM und ICH – Vom Warenhaus zur Shopping-App“  im WerkRaum in der Wiesbadener Innenstadt geöffnet. Und das Ergebnis hat mich selbst überrascht – sowohl was die Ausstellung als auch was die Reaktionen der Besucherinnen und Besucher angeht.

 

Bereits die Eröffnung hat gezeigt, dass das Thema Konsum tatsächlich alle angeht. Kanpp 2.500 Menschen besuchten uns am Eröffnungstag, schlenderten durch die Ausstellung, hatten den ein oder anderen Aha-Moment oder suchten aktiv das Gespräch. 

 

Denn Konsum geht uns alle an und berührt jeden. Egal ob man mit Erinnerungen an das Wiesbadener Hertie-Kaufhaus aufgewachsen ist oder heute seinen Kleiderschrank durch Online-Käufe befüllt.

Worum geht es?

Die Ausstellung erzählt von uns und unserem Verhältnis zum Einkaufen – von den ersten Warenhäusern, die Konsum für alle zugänglich machten, bis zu heutigen Shopping-Apps und Online-Plattformen, die rund um die Uhr verfügbar ist. Es geht um Nostalgie, Identität, Widersprüche und die kleinen und großen Momente, in denen Konsum mehr ist als nur Kaufen.

 

Das Besondere: Die Ausstellung arbeitet nicht mit erhobenem Zeigefinger. Sie lädt ein, sich zu erinnern, zu staunen und – ganz ehrlich – auch über sich selbst zu schmunzeln.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher?

Blick auf die Ausstellung KONSUM und ICH beim Betreten. Foto: Ursula Paul
Blick auf die Ausstellung KONSUM und ICH beim Betreten. Foto: Ursula Paul

Schon der Eintritt ist ein Erlebnis: Zwei großformatige Stoffbanner mit der Fassade des Kaufhauses Tietz in Köln von 1914 empfangen die Besucherinnen und Besucher wie ein historisches Portal. Man tritt buchstäblich in eine andere Zeit ein – und begreift sofort: Das hier ist kein nüchterner Ausstellungsraum, sondern eine Inszenierung.


Im Eingangsbereich des WerkRaums begrüßt außerdem bereits ein großer digitaler Touchscreen der Hochschule RheinMain mit der interaktiven Stadttour durch die Wiesbadener Warenhausgeschichte. Diese ist in Kooperation mit dem internen Entwicklerteam des Digitalen Zwillings der Landeshauptstadt Wiesbaden entstanden.  

Der Lichthof des Wertheim-Warenhauses, die Tütenwand im Hintergrund.
Der Lichthof des Wertheim-Warenhauses, die Tütenwand im Hintergrund.

Beim Betreten der Ausstellung blickt man direkt auf das prächtige Innere eines historischen Warenhauses: Die Leinwand zeigt den Lichthof des Wertheim-Kaufhauses in Berlin. Auf der Rückseite der Kaufhaus-Fassade lässt sich die Geschichte des modernen Konsums in Kürze nachlesen.

 

Eine Pinnwand lädt dazu ein, die eigene Einkaufsgeschichte zu hinterlassen.

Die andere Seite ist der Konsum-Beichte gewidmet: Wer hier Platz nimmt – auf einer Schulbank – schreibt auf, was er oder sie lieber nicht gekauft hätte. Oder doch gekauft hat. Anonym, ehrlich, manchmal überraschend komisch.

 

Auf der Rückseite des Cubes kann sich der Gast über die Ausstellung, das Museum für Konsumkultur und das Netzwerk dahinter informieren.

Die Tütenwand: Konsum in Farbe

Die Wand mit dem Einkaufstüten ist ein weiteres Highlight der Ausstellung.
Die Wand mit dem Einkaufstüten ist ein weiteres Highlight der Ausstellung.

An der dunkelgrün gestrichenen Wand hängen historische Einkaufstüten in Bilderrahmen – Horten, Kaufhof, Hertie, Wertheim, KaDeWe, HO, Centrum, etc.

 

Die Farbigkeit dieser Objekte ist erstaunlich: Was einmal Alltagsgegenstand war, wirkt heute wie Designgeschichte. Die Tüten erzählen von Zeitgeist, Identität und dem Unterschied zwischen Ost und West – und eine kleine Geschichte der Plastiktüte, die ihren Anfang nahm mit dem „Hemdchen-Prinzip".

 

Ergänzt wird die Tütenwand durch DDR- und BRD-Konsumobjekte – Dosen, Verpackungen, Alltagsdinge – präsentiert in einer Art Käfig.

Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht

Die Ausstellung lebt von Beiträgen. Wer mag, hinterlässt seine Einkaufsgeschichte oder seinen Shopping-Fail an der Pinnwand – oder erzählt und beichtet online auf konsummuseum.de. Die Geschichten und Beichten sind bereits jetzt lesenswert.

Die Ausstellung läuft bis zum 31. Oktober 2026. Sie ist Teil der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 (WDC2026) und der Auftakt zu etwas Größerem: dem Museum für Konsumkultur.

📍 WerkRaum Wiesbaden, Langgasse 5–9, Wiesbaden

🕐 Mo–Sa 11–19 Uhr, Do bis 20 Uhr

🎟 Eintritt frei

🌐 konsummuseum.de


Der WerkRaum Wiesbaden ist ein Projekt von sam – Stadtmuseum am Markt Wiesbaden, der Hochschule RheinMain und Point.Architektur.
Die WDC 2026 wird gefördert durch das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.